Die Hegel-Goethe-Allianz
Abstract
Goethes Antwort auf einen Brief Hegels im Jahr 1821 drückt Dankbarkeit aus. Er bekennt Ermunterung in Bezug auf die Verbreitung der Farbenlehre. Der Begriff Urphänomen wird jetzt erweitert. Goethe glaubt, Hegel würde ihm selbst eine Verwandtschaft mit dämonischen Wesen zuerkennen. Die Begegnung Goethe - Hegel im Oktober 1827 in Weimar ist ein Knoten¬punkt der europäischen Ideengeschichte. Es wurde ein Gespräch über Dialektik. Führte die direkte Begegnung, trotz der gemeinsamen Feier des Widerspruchsgeistes, zur Belastung einer längst bestehenden Allianz? Eine solche Allianz hatte Hegel zu Beginn seiner Berliner Universitätsarbeit strategisch eingeleitet, zum eigenen Schutz in „demagogischen Nöten“, zur Sicherung seiner philosophischen Schule und zur Abrundung seiner Kunstphilosophie. Die Gestalt des „Goethohegelianers“, so ein Chronist der Epoche, wurde im letzten Jahrzehnt der Kunstperiode eine prägende Figur. Die Geburtstage Hegels und Goethes gingen nahtlos ineinander über, festlich zelebriert, zum Ärger des Monarchen. Die Sterbejahre folgten aufeinander. Die Kunstperiode kam an ihr Ende.
Keywords
Hegel, Goethe, fenômeno originário , dialética, período artístico